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Glasperlen wie zu Cleopatras Zeiten...Die Berliner Glasperlenmacherin Dagmar Brückner feiert im Juni 2008 ein Jubiläum: seit sechs Jahren sorgt die gebürtige Hamburgerin mit ihrem Atelier dbeads in Berlin-Schöneberg dafür, dass die uralte Kunst des Glasperlenwickelns in Deutschland nicht in Vergessenheit gerät. Bereits 1250 v. Chr. gab es die ersten Glasmanufakturen im alten Ägypten. Perlen verzierten damals Gebäude und Gräber, Taschen und Möbel und dienten als Schmuck für den Körper. Sie waren ein wichtiges modisches Accessoire, gaben aber auch den Status, die Macht und die Schönheit seiner Trägerin und seines Besitzers preis. Erst im 19.Jahrhundert bekamen Glasperlen bedingt durch industrielle Massenfertigung leider das Image des Minderwertigen. Dagmar Brückner erlernte die Kunst des Glasperlenwickelns in den 90iger Jahren in New York, wo sie aus familiären Gründen sechs Jahre lang lebte. „Ich war von Anfang an von dem Material Glas völlig fasziniert: einerseits wirkt es sehr zerbrechlich, andererseits ist es extrem langlebig und kann Jahrhunderte überdauern“, äußert die Unternehmerin. „An meiner Arbeit reizt mich vor allem die präzise, handwerkliche Herstellung der Glasperlen und die künstlerische Weiterverarbeitung zu einzigartigen, langlebigen Schmuckunikaten.“
Etwas Künstlerisches zu machen, war schon immer der Lebenstraum von Dagmar Brückner, die eigentlich ausgebildete Ergotherapeutin ist. „Ich war schon immer handwerklich-künstlerisch kreativ, aber es hat lange gedauert, bis ich aus dieser Berufung wirklich einen Beruf machte.“ Nach dem Abitur machte sie zunächst ein Jahr lang eine Tischlerlehre, später in den 80er Jahren gab es immer wieder Ansätze, parallel zu ihrer Tätigkeit als Ergotherapeutin im Bereich Kunstdesign tätig zu werden. Der entscheidende Impuls kam dann in New York: im Hot Glass Studio „Urban Glass“ in Brooklyn, New York absolvierte sie Kurse in Glasverarbeitung und entdeckte für sich die Kunst des Glasperlenwickelns. Diese zeitaufwändige Methode der Glasperlenherstellung wird heute nur noch
selten praktiziert, hat aber den Vorteil, dass die so entstandenen Glasperlen wirkliche Unikate
sind und zudem lange haltbar und nahezu unzerbrechlich. Als materielle Grundlage verwendet Dagmar
Brückner hochwertiges venezianisches „Murano“-Glas. Für die Gestaltung ihrer Glasperlen lässt sie
sich von antiken Stoffen und Perlen inspirieren, aber auch von klaren, graphischen Designs aus den
sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
Die optimalen Geschäftsräume fand sie quasi durch Zufall: „Ich war schon eine Weile auf der Suche nach einem anderen Laden, ohne das Richtige zu finden. Da passierte es: ich saß zufällig in dem Café gegenüber meines jetzigen Ladens – die Räume standen schon eine Weile leer und gefielen mir sehr gut – da erschien plötzlich jemand und brachte ein Schild „Zu vermieten“ an. Ich sprang auf, ließ alles stehen und liegen und rannte hinüber. ‚Ich möchte den Laden mieten’, erklärte ich dem erstaunten Mann… und so kam ich zu meinem neuen Laden.“
Das Geschäftsmodell von dbeads ist dreifach gegliedert: Dagmar Brückner fertigt
individuellen Schmuck für KundInnen aus Glas an – eine beratungsintensive Tätigkeit, die viel
Einfühlungsvermögen erfordert. Daneben werden im Laden natürlich auch bereits vorgefertigte Unikate
verkauft, und es werden Kurse angeboten, bei denen in Kleingruppen von nur drei Personen die Kunst
des Glasperlenmachens von Interessierten erlernt werden kann.
Dass ein solches, auf persönlichem Kontakt basierendes Geschäftsprinzip auch
umsatzmäßig erfolgreich ist, ist nicht verwunderlich.
„Für mich sind dabei aber nicht nur die steigenden Umsatzzahlen relevant, sondern auch die
Qualität der Umsätze, wie man sie an den zufriedenen Kunden, die wiederkommen, sehen kann.“
Unterstützt wird Dagmar Brückner auch von ihrem Mann, der als selbständiger Personalentwickler arbeitet. „Er gibt mir sehr viel Unterstützung, ohne die manches nicht zu schaffen wäre.“ Anderen Gründerinnen und Jungunternehmerinnen empfiehlt die Schmuckdesignerin:
„Man muss als Unternehmer immer im größeren Rahmen denken, über längere Zeiträume planen und
sich ab und zu mal hinsetzen und Statistiken machen, überprüfen, ob das eigene Konzept noch stimmig
ist bzw. entsprechende Änderungen vornehmen.“
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