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"Ich sehe mehr … als jede Kamera"

Portrait der Schnellzeichnerin Monika Jordan

Es war ein langer Weg mit vielen Umleitungen und Stolpersteinen, bis Monika Jordan ihr angeborenes Talent hauptberuflich in die richtigen Bahnen lenken konnte. Schon mit elf Jahren hatte sie begonnen, zunächst sich selbst im Spiegel und danach ihre Familie recht treffend zu portraitieren, ohne zu ahnen, dass sich dieses spezielle Interesse für Gesichter zu ihrer größten Leidenschaft entwickeln und wie ein roter Faden durch ihr ganzes Leben ziehen würde.

Nachdem sie ihre überdurchschnittliche Begabung für das treffsichere Portraitieren im Laufe der Jahre zusätzlich auf Schnelligkeit trainiert hat, um in der Eventbranche konkurrenzfähig zu sein, wird sie für internationale Veranstaltungen aller Art gebucht, um hier möglichst zahlreiche Gäste und Kunden in wenigen Minuten auf Papier zu verewigen. Diese Buchungen - entweder durch Firmen direkt oder Vermittlung über Eventagenturen - erfolgten in den 80er und 90er Jahren noch sporadisch nebenher, in den letzten 13 Jahren dagegen ausschließlich hauptberuflich.

Und weil Monika Jordan immer auch ein bisschen vom Wesen „hinter der Fassade“ in jedes Bild mit einbringt, macht sie jeden der Dargestellten damit gleichzeitig auch ein wenig „unsterblich“.

Jedes Gesicht dieser Welt ist einzigartig – deshalb sind für mich die menschlichen Gesichtszüge in ihrer unendlichen Vielfalt der faszinierendste Ausdruck des Lebens. Messen, Firmenevents und Festivitäten, wo sich genügend „Beuteobjekte“ tummeln, sind die ideale Plattform für mich, um diese Vielfalt erleben zu können. Nur die Live-Aktion ermöglicht mir das, was mir Fotovorlagen nicht bieten können, nämlich jedes meiner Modelle in seiner Ganzheit und Persönlichkeit wahrnehmen und spüren zu können.

  

Das Profil ist unverwechselbar wie ein Fingerabdruck Das Profil ist unverwechselbar wie ein Fingerabdruck

Portraitzeichnungen, die mit schnellem Strich entstehen, sorgen im Rahmen von Events generell für besondere Aufmerksamkeit, Kommunikation und Emotion in doppelter Hinsicht: sie bieten einerseits das Entertainment, die Attraktion zum Zuschauen und andererseits das persönlichste aller Präsente mit dauerhaftem Erinnerungswert. Wenn es die Stimmung zulässt – z. B. auf Betriebsfesten – zeichnet Monika Jordan auch mal lustige Karikaturen, was den Spaßfaktor erheblich steigert. Die meisten Modelle ziehen aber die naturgetreue Variante vor, wenn sie die Wahl haben.

Stundenlang schauen mir meine Zuschauer oft gebannt über die Schulter, fasziniert davon, wie ein Mensch Strich für Strich auf dem Papier zu leben beginnt. Das ist auch für mich bei jedem Bild erneut ein spannendes Erlebnis und wird selbst nach Tausenden von Gesichtern niemals langweilig.

 

"An meiner Staffelei inmitten von Menschen bin ich restlos glücklich." "An meiner Staffelei inmitten von Menschen bin ich restlos glücklich."

Bei ihren ersten vereinzelten Buchungen durch Empfehlung hatte Monika Jordan von gezielten Marketingstrategien noch wenig Ahnung. Selbstkritische Künstlernaturen sind oft recht geschäftsuntüchtig. Erst mit Hilfe kompetenter Unternehmensberatung konnte sie sich ab Mitte der 90er Jahre gezielter als zuvor in der Eventbranche etablieren. Das brachte ihr im Jahre 2000 dann sogar den Fachmedienpreis „Künstler des Jahres“ ein, für den sie im kommenden Jahr erneut nominiert ist. 

Nicht nur durch regelmäßige Auftritte im Rahmen von Business-Events, sondern auch durch jahrelange Tätigkeit als Gerichtszeichnerin für Fernsehsender und Presse-Medien konnte sie sich stetig weiterentwickeln.

Meine Arbeit in Gerichtssälen stellte zwar eine große Herausforderung für mich dar, weil ich mir beweisen konnte, unter den schwierigsten Bedingungen zeichnen zu können, aber auf die Dauer waren mir die geselligen Veranstaltungen dann doch wesentlich lieber.

 

Erfolgreicher Messeauftritt auf der CeBIT 2006 Erfolgreicher Messeauftritt auf der CeBIT 2006

Aufgrund ihres bereits in der Kindheit entdeckten zeichnerischen Talentes stach in den Schulzeugnissen meist eine Bestnote im Kunstunterricht aus dem restlichen Durchschnitt deutlich hervor. Und als auch das Abiturzeugnis zwei Einser nur in Kunst und Sport aufwies, lag der Wunsch nach einem Studium in diesen Fächern natürlich nahe. 

Die Hamburger „Hochschule für bildende Künste“ war aber ganz und gar nicht der Ansicht, dass ich künstlerisch begabt sei und ließ mich eiskalt durch die Aufnahmeprüfung fallen. Ich suchte mir daraufhin ein „Ersatz-Studium“, bei dem ich hoffte, meine kreativen und gestalterischen Ambitionen mit meinen Interessen für Natur und Umwelt verbinden zu können.

An der TU Hannover absolvierte Monika Jordan dann ein Hochschulstudium der Fachrichtung Landschaftsplanung und Gartenarchitektur und schloss dieses Ende der 70er Jahre als Dipl.-Ing. ab. Anstatt aber in diesem Beruf als Landschaftsarchitektin Fuß zu fassen, begann sie mehr denn je zu malen und zu zeichnen. Viel mehr noch als nur Gesichter.

Ein Dutzend Ausstellungen und Aufträge als Illustratorin folgten, so dass Monika Jordan sich zunehmend in der Rolle als freischaffende Künstlerin wiederfand. Sie lebte einige Jahre recht gut von Auftragsarbeiten, Bilderverkauf, Kunstkalendern, Seminarleitung und Zeichenkursen, bis tragische Ereignisse und persönliche Entwicklungen diesen Energiefluss vorübergehend hemmten. Sie widmete sich ganz neuen Themen und geriet zeitweilig von ihrem künstlerisch ambitionierten Weg ab. In dieser Zeit ließ sie sich zur Gesundheitsberaterin GGB ausbilden und hielt Vorträge über gesunde Ernährung und Stressbewältigung. Ihr starkes Bedürfnis, sich für eine „bessere Welt“ einzusetzen, bewirkte außerdem, dass sie die Kunst als Mittel zum Zweck sah, Botschaften zu vermitteln.

Ich engagierte mich im Kinder-, Tier- und Umweltschutz, verlor durch zu starkes Abdriften in idealistische Ziele bisweilen den wirtschaftlichen Aspekt aus den Augen und geriet in manche Sackgasse, aus der ich nur mit professioneller Hilfe wieder herauskam und zu meiner „wahren Bestimmung“ zurückfand.  

Als Schnellzeichnerin in der Show- und Eventbranche kann ich heutzutage alles miteinander verbinden und das erfahren, was man „Erfüllung“ nennt. Die Vorteile meines Traumjobs liegen in der Abwechslung, Spannung und den ständig neuen Herausforderungen. Hier kann ich die Kunst erfolgreich als Dienstleistung verkaufen und mein angeborenes Talent als „Brücke zu den Menschen“ optimal einsetzen. Sobald ich an meiner Staffelei sitze und Menschen zeichnen kann, bringt mich das regelmäßig „in meine Mitte“. Da kann es mir vorher noch so schlecht gegangen sein, das Zeichnen hat eine heilsame Wirkung für mich.

Das große Glück, selbstbestimmt sein eigener Chef zu sein und sich in seinem Traumberuf verwirklichen zu können, wird leider nur Wenigen zuteil. Es ist aber die größte Chance, beruflich volle Bestätigung zu erhalten. Die beiden wichtigsten Bedingungen dafür, seinen „Beruf“ aus „ Berufung“ ausüben zu können, sind: Tue hauptberuflich das, 1.) was du am besten kannst und 2.) was dir am meisten Freude/Spaß macht!

Mit ihrer sensiblen Arbeit erreicht Monika Jordan die Seele der Menschen und gewinnt sehr schnell ihr Vertrauen. Bei ihren Auftritten zeichnet sie pro Jahr Tausende von Schnellportraits und bekommt dabei vom begeisterten Publikum immer wieder die gleichen Fragen gestellt: Angeborenes Talent …? Berufung …? Seit wann …?

In ihrer im Sommer 2008 im Wagner Verlag erschienenen Autobiografie „ Ich sehe mehr … als jede Kamera“ hat sie diese Fragen ausführlich beantwortet. Lebendig und humorvoll, informativ und unterhaltsam bietet dieses „Lebenswerk“ eine hervorragende Ergänzung zu den Live-Aktionen der Portrait-Zeichnerin, die sich damit nun auch als Buchautorin vorstellt.

 

Zu beziehen u. a. bei:

Portrait des Monats

Judit Landstoff
Judit Landstoff
Druckingenieurin,
Webdesignerin und
Unternehmerinnen.org-
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seit 2007

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