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Multitasking-Job als „Unternehmer-Versteherin“
Rechtsanwältin
Dr.
Alexandra Henkel ist fasziniert vom Arbeitsrecht
Von Kindesbeinen an spielt sie Querflöte. Durch Zufall bekam sie deshalb als 17jährige eine Hauptrolle in der ZDF-Fernsehserie Ron und Tanja, die sie im ganzen Land bekannt machte. Seitdem sind fast 20 Jahre vergangen und Alexandra Henkel spricht nur darüber, wenn sie danach gefragt wird. Viel wichtiger ist ihr ihre heutige Profession. Weil ihr eine Karriere als Musikerin mangels supergenialem Gehör wenig aussichtsreich erschien, schrieb sie sich 1991 an der Freien Universität Berlin für Jura ein: Ein spannendes, abwechslungsreiches Feld, begründet sie. Die Spezialisierung für Arbeitsrecht, anfangs nur zweite Wahl, weil ihr favorisiertes Fach Wettbewerbs- und Kartellrecht nicht angeboten wurde, avancierte schnell zum Glücksfall. Wir hatten einen tollen Professor, der wunderbare Vorlesungen hielt und großen Anteil daran hat, dass ich diesen vielseitigen Bereich für mich entdeckt habe. Nach dem 1. Staatsexamen arbeitete die gebürtige Berlinerin vor Beginn ihres Referendariats in der Rechtsabteilung eines Pflanzenschutzunternehmens in Cambridge / England. Mit dem zweiten Staatsexamen in der Tasche, zog sie nach Bonn, um an der dortigen Universität im Rahmen des Graduiertenkollegs der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als Stipendiatin im Bereich der Rechtsfragen des Europäischen Finanzraums rechtsvergleichend zu promovieren.
Zurück in Berlin, wollte sie ursprünglich Richterin am Arbeitsgericht werden. Doch die
Arbeitsgerichte in Berlin und Brandenburg stellten zu der Zeit niemanden ein. Alexandra Henkel
begann, als angestellte Rechtsanwältin bei der überörtlichen Sozietät Schwarz Kelwing Wicke
Westpfahl zu arbeiten. Der Berliner Standort schloss sich dann zum April 2009 der renommierten –
und ebenfalls überörtlichen Sozietät - FPS an und firmiert seitdem als FPS, Fritze Wicke
Seelig, Rechtsanwälte und Notare. Die Sozietät gehört zu den zehn bedeutendsten deutschen
Wirtschaftskanzleien und berät in allen wirtschaftsrechtlichen Fragen mit besonderen Schwerpunkten
in den Bereichen Immobilien- und Baurecht, gewerblicher Rechtsschutz (IP/IT), Gesellschaftsrecht,
Bankenrecht, Merger & Acquisitions einschließlich der steuerrechtlichen Gestaltungsberatung,
öffentlichem Wirtschaftsrecht sowie im Medien- und Arbeitsrecht.
2007 wurde Rechtsanwältin Dr. Alexandra Henkel zur Partnerin ernannt. Für sie das schönste Ereignis ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn. Seitdem ist sie als selbständige Unternehmerin mitverantwortlich für Kanzleientscheidungen, trägt mehr Verantwortung als vorher, hat aber auch mehr Entscheidungsfreiheit. Einen 40-Stunden-Arbeitstag kennt sie allerdings nicht. Die Arbeitszeiten sind schon eine Herausforderung, lacht die 37jährige Fachanwältin für Arbeitsrecht. Rechtsanwältin ist ein Multitasking-Job und mit vielen Reisen verbunden, weil Mandanten auch überregional betreut werden. Ihre Affinität zu Sprachen, insbesondere zu Englisch und Französisch, kann sie ganz nebenbei im internationalen Geschäft ausleben, das auch Dank internationaler Kooperationen und zunehmender grenzüberschreitender Geschäfte, Unternehmenskäufe und Fusionen immer mehr zunimmt. Nachdem Dr. Alexandra Henkel im Vorjahr ein Master-Studium Mediation an der Fern-Uni Hagen abschloss, bietet sie auch Wirtschaftsmediation an und zwar sowohl innerbetriebliche Mediation bei Konflikten zwischen Arbeitnehmern oder einzelnen Abteilungen, als auch Mediation zwischen Unternehmen. Nun hat mein täglicher Arbeitsalltag alle Facetten, die man sich wünschen kann. Um das umfangreiche Pensum bewältigen zu können, plädiert sie dafür, Zeit und gegebenenfalls auch Geld in eine optimale Organisation zu investieren. Beispielsweise können vorgefertigte Schreiben oder Checklisten viel Stress ersparen. Als Unternehmerin müsse man mutig sein und an sich glauben. Alexandra Henkel weiß, wovon sie spricht. Nicht selten ist sie die einzige Frau in geschäftlichen Gesprächsrunden, und zudem oft die Jüngste. Von Mitarbeitern und Geschäftspartnern erwartet sie Loyalität, Zuverlässigkeit, Genauigkeit und ein freundliches Wesen. Ich bin keine Anwältin, die vor Gericht herumschreit, was eher kontraproduktiv wäre und dazu führen würde, dass man die Gerichte gegen sich aufbringt, sondern ich will die Interessen meiner Mandanten optimal durchsetzen, aber trotzdem mit einem gegnerischen Anwalt nach einer Verhandlung noch Kaffee trinken können, so die Anwältin aus Leidenschaft.
Text:
Dagmar Möbius
Rechtsanwältin Dr. Alexandra Henkel MM
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