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Zwischen Büchern, Fotografien und persönlichen ErfahrungsgeschichtenPortrait der Fotografin, Autorin und Frauennetzwerk-Expertin Eva Hehemann
Männer und Frauen seien auch heute nicht gleichberechtigt. „Anerzogene Rollenvorstellungen verhindern grundsätzliche Veränderungsprozesse.“ stellt die zweifache Mutter fest. Frauen erführen gerade im beruflichen Hinblick eine defizitäre Darstellung in den Medien und in der Gesellschaft. Die Betonung ihrer besonderen Talente und speziellen Fähigkeiten käme zu kurz. Stattdessen würde ihnen suggeriert, dass sie sich noch mehr verändern und anpassen müssen, um erfolgreich zu sein sowie ihren Teil an gesellschaftlicher Macht und Führung beanspruchen zu können.
Ein Jahr lang ist Eva Hehemann durch Deutschland gereist und hat sich zahlreiche,
unterschiedlichste Frauen-Initiativen angeschaut.
„Ich hatte ja keine Ahnung, welche Vielzahl an Frauennetzwerken es bereits in Deutschland gibt,“
berichtet Eva Hehemann zu ihren Recherchen.
Ihre Vorliebe für das Verlagswesen verschlug sie zunächst nach Bern, wo sie als Lektorin beim Benteli Verlag tätig war. 1988 ging Eva Hehemann nach London, um als Buchgestalterin bei Thames and Hudson zu arbeiten. 1990 gewann das von ihr gestaltete Buch „Pop Art“ den ersten Preis unter den schönsten Büchern des Jahres. 1992 ging sie zurück nach Deutschland und arbeitete als Herstellerin in München. Zuerst beim Schirmer / Mosel Verlag und danach beim Gräfe und Unzer Verlag, bevor sie sich 1997 als freie Fotografin selbständig machte. 2003 zog sie mit ihrem Mann und den zwei Kindern zurück nach Köln, ihre Heimatstadt.
„Fotografieren schult das Auge, erhöht die Aufmerksamkeit und Sensibilität.“ antwortet Eva
Hehemann auf die Frage, was sie an der Fotografie so fasziniere. Wenn sie fotografiere, sei sie
hochkonzentriert und bekomme viel mehr mit.
Sein fertiges Buch in einer Buchhandlung zu sehen, sei für einen Buchgestalter einfach toll, gibt die Autorin mit Begeisterung zu. Sie findet es spannend, eine Idee auf eine neue, für den Betrachter bzw. Leser nachvollziehbare Weise darzustellen. "Es ist nicht leicht, heutzutage in der Schwemme der Bücher noch ein Thema zu finden, zu dem es nicht bereits mehrere Veröffentlichungen gibt. Ich bin wirklich stolz, dass es mir gelungen ist, mein Thema Frauen-Netzwerke ganz neu und einzigartig darzustellen." Darüber hinaus hat Eva Hehemann bei ihrer Arbeit am Buch auch ihre Mission gefunden. Sie ist
mittlerweile Mitglied in mehreren Frauen-Verbänden und engagiert sich intensiv für frauenpolitische
Fragen. "Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal als Feministin enden würde. Zwar galt ich als
junges Mädchen schon als sehr emanzipiert, aber das war eigentlich für mich nicht frauenpolitisch
motiviert, sondern entsprang meinem starken Gerechtigkeitssinn."
Für interessierte Verbände hält sie Vorträge über ihr Buch oder verwandte Themen. "Es macht mir großen Spaß, bei Netzwerk-Treffen die anwesenden Frauen zu lebhaften Diskussionen anzuregen und sie so dazu zu inspirieren, Ideen für ihre Lobby-Arbeit zu entwickeln." sagt Eva Hehemann. Ihr weiteres Interesse gilt der Kunst und Kultur – auch wenn dies in den letzten Jahren hinter den Frauen zurückstehen musste. Was erwartet sie von der Zukunft?Die digitale Umwälzung der Medien-, insbesondere der Buch-Branche, fasziniert sie. Eva Hehemann
steht den Entwicklungen offen gegenüber und freut sich darüber, dass auch im Internet so viele
Frauen-Netzwerke vertreten sind, z.B. Plattformen wie Unternehmerinnen.org, wo Frauen
besonders in beruflicher Hinsicht Unterstützung finden.
Was wünscht sie sich für ihre berufliche Zukunft?Eva Hehemann freut sich über jeden Auftrag, der sie als Fotografin fordert. Auf ihrer Homepage unterhält sie eine umfangreiche Bilderbank, die Beispiele aus der ganzen Bandbreite ihrer fotografischen Arbeit enthält, nach Themenbereichen geordnet. Reise und Natur, vor allem aber Event und Portrait sind ihre Aufgaben-Gebiete. Durch ihr Buch hat sie aber auch das Schreiben von Artikeln und Interviews für sich entdeckt und findet: „Journalistische Arbeit ist wirklich aufregend: ich kann mich mit Menschen und Ereignissen intensiv auseinandersetzen, mit denen ich sonst wahrscheinlich nicht in Berührung kommen würde. Für einen neugierigen Menschen ist das äußerst reizvoll.“
Sie hat auf ihrer Reise durch Deutschland gelernt, bei privaten oder öffentlichen
Veranstaltungen zu arbeiten, ohne mit ihrer Kamera zu stören oder damit die Abläufe zu
beeinflussen. Dabei bemüht sie sich stets, mit unvoreingenommenem und wohlwollendem Blick auf
Menschen und Ereignisse zu schauen. „Inzwischen wissen die Leute, die meine Bilder kennen, dass sie
vor mir und meiner Kamera keine Angst haben müssen. Sie bleiben ganz entspannt und sind sie selbst.
Da ist es nicht mehr schwer, wirklich gute Bilder zu schießen.“
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