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Wo die BÜCHER DES LEBENS entstehen…Katrin Rohnstock und ihr Unternehmen „Rohnstock Biografien“ Aufgewachsen in ländlicher Umgebung in Burgau bei Jena liebte Katrin Rohnstock schon von klein auf, den Erzählungen ihrer Großmutter zu lauschen – und sie liebt es bis heute, wenn Menschen ihre ganz persönliche Geschichte erzählen.
Ohne das Erzählen gäbe es gar keine Geschichte. Erinnerungen müssen bewahrt werden. Das war und ist ihr Ansatz. Ihrer heutigen Unternehmertätigkeit ging dabei eine lange eigene Geschichte voraus: Katrin Rohnstock studierte Literatur- und Sprachwissenschaften in Jena sowie Berlin, arbeitete als Verkäuferin, Kellnerin, Chefredakteurin, Herausgeberin und Autorin. An der Frankfurter Europa-Universität Viadrina hielt sie Vorlesungen und Seminare über autobiografisches Schreiben. In den 90er Jahren wurde sie als Herausgeberin der sechsbändigen Buchreihe „ Ost-westlicher Diwan“ bekannt, welche das Alltagsleben in Ost und West zum Gegenstand hat. Zu ihrer genialen Geschäftsidee kam sie 1998 dann quasi per Zufall:
An der Tankstelle sprach mich eines Morgens eine Frau an und fragte mich, ob ich, da ich doch
Schriftstellerin sei, nicht die interessante Lebensgeschichte ihres Vaters zu Papier bringen könne.
Das Buch wollte sie ihrem Vater zum 65. Geburtstag schenken, berichtet Katrin Rohnstock. Diese
schicksalhafte Begegnung, fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem die berufliche Karriere der
Germanistin ein wenig ins Stocken geraten war.
Ich hatte gerade das Projekt „Ost-westlicher Diwan“ beendet, war im Prinzip also erst mal
arbeitslos und überlegte, wie es weitergehen könnte...
Auf die Idee, Biografien als Ghostwriter im Auftrag für ganz gewöhnliche Menschen zu
schreiben, war bis dahin noch niemand in Deutschland gekommen.
Es war zunächst schwer einzuschätzen, wie lange ich an einem solchen Buch arbeiten würde… Einen
Monat? Ein Jahr? Also drei Monate mindestens würde ich für eine solche Biografie brauchen… Und
welches Honorar könnte ich dafür verlangen? Würde überhaupt jemand ein angemessenes Honorar
bezahlen…?
Aber, so stellte sich bald heraus, ein Markt für dieses Angebot war da und folglich auch
Kunden, die bereit und in der Lage sind, die eigene Lebensgeschichte oder die des Vaters oder der
Großmutter zu einem angemessenen Preis für die Nachwelt professionell aufschreiben und in
Kleinstauflage drucken zu lassen.
So startete Katrin Rohnstock 1999 ihr Projekt und verfasste ihre ersten drei BÜCHER DES LEBENS. Das Büro, das sie zum diesem Zwecke bezogen hatte, war recht klein und wenig repräsentativ 40 Quadratmeter mit Klo auf halber Treppe... Und nicht selten hatte sie hatte schlaflose Nächte und fragte sich, ob und wie das alles weitergehen sollte. Mehr als drei Biografien pro Jahr sind von einer Person allein gar nicht zu schaffen. Wenn man so eine Biografie schreibt, schlüpft man in die Rolle der beschriebenen Person, man steht morgens dem Gedanken an diese Lebensgeschichte auf und geht abends damit zu Bett, um dann auch noch davon zu träumen… Katrin Rohnstocks Idee setzte sich aber durch und wurde wirtschaftlich tragfähig: Anfang 2000
waren es schon sechs Biografie- Aufträge, die Katrin Rohnstock erhielt – und sie arbeitete auch
nicht mehr allein: Dietmar Bender, ein langjähriger Kollege, übernahm einen Teil des Schreibens.
Sie übertrug ihm ihre Methodik, mündliche Erzählungen als Texte zu verfassen, und mit der
Journalistin Katrin Hübner, der heutigen Produktionsleiterin, kam System in die „ Memoirenwerkstatt“
. Immer neue Projekte wurden realisiert: 2002 entstand die erste große Firmenbiografie. Im
gleichen Jahr eröffnete „Rohnstock Biografien“ die Repräsentanz in der Schweiz.
Freilich versuchten andere das erfolgreiche Unternehmenskonzept nachzuahmen. Mit mäßigem Erfolg – im deutschsprachigen Raum ist und bleibt „Rohnstock Biografien“ Marktführer und Nummer eins für das Erstellen von Memoiren. Um für seine Kunden zuverlässig erkennbar zu sein, wurde der Begriff Autobiografiker™ geprägt und markenrechtlich geschützt. Autobiografiker™ dürfen sich nur von „Rohnstock Biografien“ zertifizierte Autoren nennen. Jeder Autobiografiker™ bzw. jede Autobiografikerin™ wird an der Rohnstock-Erzählakademie aus- und weitergebildet und verfügt über erprobtes Know-how und die nötige Erfahrung, um den persönlichen Ton eines anderen Menschen zu bewahren und dessen Autobiografie nach den individuellen Wünschen professionell zu gestalten. 2006 wurde Rohnstock Biografien von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ als „Ort der Ideen“ ausgezeichnet
Die sozial stets engagierte Gründerin von "Rohnstock Biografien" hat inzwischen eine Reihe außergewöhnlicher Lebensgeschichten zu Papier gebracht:
2009/2010 hat Katrin Rohnstock längere Zeit südlichen Afrika verbracht. Dabei ist die Idee zu einem sozialen und kulturellen Projekt in den Townships Südafrikas entstanden, welches Afrikaner und Europäer einander näher bringen soll.
Am 5. November 2010 wird Katrin Rohnstock mit dem Frauenbrücke-Preis für ihr Engagement für die innere Einheit in Deutschland ausgezeichnet. Frau Rohnstock habe durch die Etablierung des "Ost-West-Salons" eine "Brücke zu mehr Verständnis" gebaut, heißt es in der Begründung der Jury. Sie entwickelte biografische Erzählabende zu einer Form der bewussten Gegenüberstellung je zweier von den beruflichen Eckdaten her vergleichbarer Lebensgeschichten im Osten und Westen der geteilten Stadt Berlin.
Text: Ilona Orthwein, Sebastian Bertram
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