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HILFREICHER „STEUERENGEL“
Rosemarie Scholz ist Steuerberaterin und Heilerin
Jura, Psychologie, Astronomie oder Archäologie studieren? Nach bestandenem Abitur wusste
Rosemarie Scholz zunächst nicht, was sie werden wollte. Eine Freundin, die Steuerfachgehilfin
lernte, leistete unfreiwillige Entscheidungshilfe: „Sie erzählte mir von den vielfältigen
Betätigungsfeldern des Berufes.“ Überzeugend, dass das auch etwas für sie sein könnte, war jedoch
die Information, nach der Ausbildung und einer zehnjährigen Berufspraxis die Prüfung zum
Steuerberater ablegen zu können. „Ich konnte mir nie vorstellen, immer nur als Angestellte zu
arbeiten“, sagt die gebürtige Berlinerin. Alle in der Familie waren selbständig. Kaufleute und
Markthändler. Sogar die Urgroßmutter.
Nach ihrer Ausbildung zur Steuerfachgehilfin arbeitete sie bei mehreren Steuerberatern. Nach ihrer Steuerberaterprüfung 1991 war sie zunächst zwei Jahre in einer Steuerberater- und Wirtschaftsprüfer GmbH angestellt. „Dann übernahm ich mit meiner Freundin die jahrzehntelang eingeführte Steuerberaterpraxis ihrer Mutter, die in den Ruhestand ging“, erzählt sie. Nach der Eröffnung der Sozietät in Berlin-Friedenau stieg die Mitarbeiterzahl schnell auf zehn, Auszubildende inklusive. 2005 zog das Büro nach Berlin-Charlottenburg. Als auch das wieder zu klein wurde, teilten die Partnerinnen ihre Räumlichkeiten und lösten die Sozietät auf. „Seitdem befindet sich meine Praxis mit fünf Angestellten in Berlin-Westend.“ Immer mit dabei Tarabas – ein Schäferhund-Hovawart-Mischling. „Unser Büromotivator“, lacht die Freiberuflerin, „er ist seit zehn Jahren altgedient im Büro.“
Betreut werden Mandanten aller Rechtsformen, außer Aktiengesellschaften, in allen Branchen: Heilberufe, Handwerker, IT-Spezialisten, Werbefachleute, Makler – „eigentlich alles quer Beet“. Weil jeder Mandant anders ist, muss sie flexibel sein: „Ein Anruf eines Mandanten mit einem dringenden Problem wirft oft die ganze Tagesplanung durcheinander, aber das macht für mich auch den Reiz meines Berufes aus.“ Dass sich ständig alles ändert, gefällt Rosemarie Scholz an ihrem Beruf: „Ich muss immer wieder neu lernen und werde dadurch auch immer wieder gefordert.“ Routine gibt es nicht. Alles ist individuell zu beurteilen und anhand der Steuervorschriften zu entscheiden. Kooperationen mit einem Wirtschaftsprüfer, mit dem sie sich die Räume teilt, sowie mit Steuerberater-Kollegen, Rechtsanwälten und Unternehmensberatern ergänzen den Erfahrungsschatz. Ebenso die Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Bund verbrauchsorientierter Steueranalytiker.
Obwohl Rosemarie Scholz’ Arbeitswoche gut ausgelastet ist, hat sie noch eine zweite Profession. Eigentlich ja ein Hobby. Aber es sieht aus, als wenn mehr daraus wird. Weil sich die 54-Jährige auch heute noch für vieles interessiert, hat sie mehrere alternativmedizinische und spirituelle Ausbildungen absolviert. Seit 2003 ist sie Reiki-Meisterin. Nach ihrer schamanischen Ausbildung wurde sie Mitglied beim Dachverband für Geistiges Heilen. Sie bildete sich in Lichtkörper- und Energiearbeit sowie im Channeln weiter und bestand 2005 auch die Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie. In allen Bereichen bietet sie bei Bedarf auch Behandlungen an.
Gemäß ihres Lebensmottos „Think positiv“ empfiehlt sie anderen Unternehmerinnen, sich nicht von anderen sagen zu lassen, was man tun soll. „Sondern selbst auf sich hören, weil das für einen selbst das Beste ist und man damit leben kann.“ Dagmar Möbius |
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