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"LEBEN IST WACHSTUM UND WANDEL..."

Sylvia Gennermann im Portrait


Frau Gennermann Frau Gennermann

Was sind Ihre Assoziationen, wenn Sie an eine Geburt denken? An ein Wechselbad von Gefühlen zwischen Ohnmacht und dem Erleben eigener Stärke? An den Schmerz, der diesen Prozess begleitet? Oder an die Freude einer Mutter, die das Neugeborene stolz im Arm hält?

Sylvia Gennermann kennt alle Emotionen, die eine Geburt begleiten. Sie hat in ihrem ersten Beruf als Hebamme gearbeitet und ist selbst Mutter zweier inzwischen erwachsener Töchter. Diese, ihre erste Profession, hat sie nachhaltig geprägt.

„Eine jegliche existenzielle Veränderung im Leben vollzieht sich auf die gleiche Art und Weise wie eine Geburt.“ Die Worte der französischen Psychoanalytikerin Francoise Dolto widerspiegeln ihre persönliche wie auch ihre berufliche Lebenserfahrung.

Ich habe selbst eine Vielzahl herausfordernder Lebenssituationen erfahren, dabei Krisen durchlebt und Neuland erobert. Dabei ist mir deutlich geworden, dass Punkte im Leben, wo es scheinbar nicht mehr weiter geht, oft Passagen sind, vergleichbar mit dem engen, unwirtlichen Geburtskanal. Etwas in uns möchte neu entstehen, wachsen und geboren werden. Dieser Prozess ist oft nicht sehr gemütlich, aber in aller Regel lohnenswert.

Das Neue kann beispielsweise eine Fähigkeit sein, die in unserem bisherigen Leben nicht zu uns gehört hat oder die wir verloren haben. So kann selbst ein Mobbingopfer mit guter begleitender „ Geburtshilfe“ im Verlaufe seines Prozesses erkennen, dass es sich vom bisher gelebten Harmoniedrang verabschieden und die inneren Qualitäten einer Kampfkünstlerin entwickeln muss.

Eine Frau, die nie gewagt hat, ihre Stimme in der Öffentlichkeit zu erheben, verspürt vielleicht einen immer stärker werden Druck in ihrem Hals und erinnert sich schmerzvoll daran, dass Worte wie „ Sei still!“, „Red keinen Blödsinn!“ oder „Halt den Mund!“ sie von der in ihr wohnenden RedeLust getrennt haben. Ihr Innerstes spürt, dass es etwas verloren hat und sehnt sich danach, es wieder zu erlangen.

Leben ist Wachstum und Wandel, ein immer währender Schöpfungsprozess. Das kann man überall in der Natur beobachten. Unsere innere Natur weiß sehr genau, wohin sie wachsen oder was in uns gesunden möchte. Sie lässt es uns wissen, manchmal auch durch Ereignisse im Außen. Das kann uns zunächst durchaus verunsichern und ängstigen. Ob eine solche „Geburts“-Erfahrung letztlich als Gewinn wahrgenommen wird, ist entscheidend davon abhängig, ob sich die im Prozess befindende Person dem Geschehen gewachsen fühlt.


neu geboren neu geboren

Sylvia Gennermann weiß auch aus persönlicher Erfahrung, dass die ermutigende Unterstützung einer kundigen Prozess-Hebamme dabei gute Dienste leisten kann. Als Beistehende im außen hat sie einen unabhängigen und unvoreingenommenen Blick auf den Gesamtprozess. Sie erinnert die gebärende Person an deren Fähigkeiten und würdigt diese. Sie zeigt Perspektiven auf und macht Mut, wenn die Kräfte einmal nachlassen. Sie weckt Vertrauen und Geduld für die dem Geburtsprozess innewohnende Weisheit. Sie spornt zum Endspurt an, wenn es nötig ist. In diesem Sinne versteht Frau Gennermann heute ihr Engagement als Therapeutin, Coach und Trainerin.

Den für sie stimmigen fachlichen, philosophischen und spirituellen Kontext für ihre Arbeit hat Sylvia Gennermann in der Prozessorientierten Psychologie gefunden. Nachdem sie bedingt durch die Ereignisse der Wende in der DDR für einige Jahre in der Politik, als Journalistin und als Dozentin in der Erwachsenenbildung gearbeitet hatte, brachte sie ihre Leidenschaft für psychologische Phänomene in Kontakt mit dieser neuen,  innovativen Methode.

Mich begeisterte bei der Prozessarbeit von Anfang an die Atmosphäre in der Arbeit mit KlientInnen und Gruppen. Im Gegensatz zur gelegentlich über den Dingen stehenden Haltung mancher TherapeutInnen und GruppenleiterInnen, die ich im Westen wie im Osten kennengelernt hatte, war diese hier von grosser Offenheit, von Neugier, Forschergeist und tiefem Mitgefühl geprägt. Das hat mich sehr berührt und eine Tür in mir geöffnet, von der ich zuvor selbst gar nicht wusste, dass sie verschlossen war. Hier konnte ich zum ersten Mal nach all den Jahren der „Schere im Kopf“ wieder spüren und sprechen!

Aus dieser persönlichen Erfahrung erwuchs der Wunsch, als Therapeutin und Trainerin mit der Methode der Prozessarbeit zu arbeiten. Sylvia Gennermann begann eine achtjährige Ausbildung am Institut für Prozessorientierte Psychologie in Zürich, die sie erfolgreich mit Diplom abschloss. Daneben absolvierte sie eine Fortbildung als Moderatorin für Zukunftswerkstätten sowie eine weitere für Erfolgreiches Coaching in Mobbingprozessen und zuletzt für die Ausübung der Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz.

Auf der Basis des dadurch erlangten Wissens arbeitete Frau Gennermann viele Jahre freiberuflich, bevor sie im letzten Jahr ihr Institut LebensWandel gründete. Neben ihrer Arbeit als Therapeutin und Coach bietet sie hier mit ihrem Team Trainings in Sachen RedeLust, Coachinggruppen für UnternehmerInnen, Führungskräfte und Menschen in Freien Berufen und Ferienkurse zum Thema Work-Life-Balance an.

Die RedeLust-Trainings sind das Herzstück ihres Unternehmens. Deren Ziel ist es, die Freude am eigenen Ausdruck und das Vertrauen in die eigenen Rede-Fähigkeiten wieder oder neu zu gewinnen. Bereichert durch eine Atemlehrerin, zwei Stimmexpertinnen, einen Kampfkunstlehrer und eine ganzheitliche Stilberaterin ermöglicht Frau Gennermann ihren TeilnehmerInnen eine Fülle von ermutigenden Erfahrungen in sicherer und lebendiger Lernatmosphäre. Nachgefragt werden die RedeLust-Trainings sowohl von Menschen, die bisher nur wenige Erfahrungen mit dem Öffentlichen Reden haben als auch von solchen, die berufsbedingt viel reden müssen, dies aber oft nur unter Stress und innerer Qual tun.
Im Verlauf des Trainings entwickeln alle TeilnehmerInnen eine sichere Wahrnehmung für sich selbst und ihren ganz persönlichen authentischen Redestil. So entsteht ein Boden, der langfristig bei beruflichen und privaten Redeanlässen trägt.

Die öffentlichen Finales unserer Trainings sind immer eine ungeheure Freude für mich. Die TeilnehmerInnen halten hier eine kleine Rede vor geladenen Gästen. Menschen, die am Beginn des Kurses sehr unsicher waren und die innerlich so schnell wie möglich aus jeder sich ergebenden Redesituation in ihrem Leben flüchten wollten, stehen nun souverän vor ihrem Publikum, halten Augenkontakt und haben Freude am Reden.
Da fühle ich mich oft wie eine Hebamme, die die Geburt eines Kindes miterleben darf. Das „ Baby“ ist in diesem Fall die RedeLust.


Im Seminar Im Seminar

Neben der Leitung ihrer eigenen Trainings steht Frau Gennermann auch
für Inhouse-Trainings, für Supervision und für die Moderation von Teamprozessen und Konflikten in Organisationen zur Verfügung.

Durch meine Sozialisation in der DDR und meine durch die Trennung von Ost und West schmerzlich geprägte eigene Familiengeschichte habe ich von Kindesbeinen an eine äußerst feine Wahrnehmung für Veränderungen in der Atmosphäre zwischen Menschen entwickelt. Manchmal habe ich das verflucht. Ich konnte zum Beispiel nie in einem Hotel urlauben ohne mitzubekommen, wenn es dort Zoff hinter den Kulissen gab oder kriselte.
In meiner Arbeit hingegen hilft mir diese Fähigkeit sehr. Ich nehme feinste Schwingungen in Gruppen wahr und kann dadurch die Menschen ermutigen, ihre Gefühle und Wahrnehmungen einzubringen und gemeinsam zu schauen, wohin sie ihr Prozess bewegen möchte. Im Ergebnis entstehen so oft unerwartete Lösungen, die langfristig tragen und die von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt sind.

Ihren eigenen Leitungsstil beschreibt Sylvia Gennermann als engagiert, humorvoll und warmherzig. Vorbild sind ihr viele ihrer LehrerInnen aus der Prozessarbeit, wie Max Schüpbach, Marianne Verny und Urs Büttikofer, deren Bescheidenheit, Klarheit und innere Stärke sie bis heute faszinieren.

GruppenabsolventInnen bescheinigen Frau Gennermann „eine sehr spezielle Mischung aus Zartheit und Zähigkeit“ sowie Flexibilität in Bezug auf die Bedürfnisse ihrer Klientel. Hier einige Feedbacks:

Das Zusammenspiel der beiden Kursleiterinnen war sehr abgestimmt und die Freude und Hingabe, mit der sie ihre Arbeit taten, schwappte auf die Gruppe über. Ich konnte mich ausprobieren ohne das Gefühl zu haben, mich zu blamieren. Ihre Kritik war nie verletzend, sondern immer konstruktiv.

Die entspannte Atmosphäre in der Gruppe und die kompetente und ganzheitliche Begleitung der Kursleiterinnen haben mir geholfen, mehr Zutrauen in mich selbst zu bekommen und in meine ganz persönliche Art
zu reden. Dieses Gefühl wird mich sicher beim Zugehen auf neue Ziele unterstützen und tragen.


Im Seminar Im Seminar

Bleibt bei soviel Freude am aktiven Tun noch Platz für einen Traum?

Oh ja! Ich träume davon, meine Arbeit in absehbarer Zeit in eigenen Räumen anbieten zu können. Zwar schätze ich es sehr, gemeinsam mit meinen Gruppen zu Gast im angenehmen Ambiente unserer jeweiligen Veranstaltungsorte zu sein. Doch möchte ich gern in der Zukunft selbst einmal einen solchen Ort prägen und gestalten. Das wünsche ich mir sehr. Und ich bin sicher, dass dieser Wunsch in Erfüllung gehen wird, denn
eines meiner Lieblingsmottos lautet:

Man muss das Unmögliche so lange anschauen,
bis es eine leichte Angelegenheit wird.
Das Wunder ist eine Frage des Trainings.
(Albert Einstein)

Portrait des Monats

Judit Landstoff
Judit Landstoff
Druckingenieurin,
Webdesignerin und
Unternehmerinnen.org-
Webmasterin
seit 2007

Unternehmerinnenabende

06.02.2012 19:30
Erzählte Stadtgeschichte(n) im Ost-West-Salon
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14.02.2012 18:30
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27.02.2012 19:00
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