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Die große Welt im Kleinen...

Portrait der Unternehmerin Veronika B. Riede

Dass die immer enger zusammenwachsende Welt durchaus auch Klein- und Kleinstunternehmen Perspektiven bietet, zeigt das Beispiel von Veronika B. Riede, Inhaberin der Firma 
vbr | buchführungsservice riede. Ende 2002 ging das Unternehmen an den Start und hat sich inzwischen sehr gut etabliert.

Veronika B. Riede Veronika B. Riede

Mein Mandantenkreis ist stetig gewachsen und auch englischsprachige Mandanten aus mehreren Ländern sind darunter. Mein weitester Kontakt sitzt in Indien und lenkt die Finanzen einer indischen Galerie in Berlin.

Fremde Sprachen und internationale Kontakte bestimmten schon lange das Leben von Veronika B. Riede, die nach dem Abitur zunächst Russisch und Englisch studierte. 
 
Vielseitig interessiert, fiel mir die Wahl der Studienrichtung schwer. Letztendlich sollte es ein Beruf mit Fremdsprachen sein, aber Außenhandelsökonomie, meine erste Wahl, war nicht möglich. So wurde ich Lehrer für Russisch und Englisch. Jedoch bereits das Studium zeigte, dass dies kein Beruf fürs Leben sein würde. Nach ein paar Berufsjahren als Lehrer kehrte ich nach der Geburt meines zweiten Kindes nicht in den Schuldienst zurück.  
 
Mitte der 80iger Jahre, nach Erfahrungen mit öffentlichen Finanzen, führte Frau Riedes Berufsweg in die Buchhaltung eines mittelständischen Handwerksbetriebes. Dort folgten drei Jahre learning-by-doing und eine mehrmonatige berufsbegleitende Weiterbildung zum Buchhalter. Dann kam 1989 plötzlich die politische und wirtschaftliche Wende.

Für mich war die Wende beruflich kein Ende, sondern der Beginn einer neuen Herausforderung und einer neuen Periode des Hinzulernens.

Erst 1998 - nach der Insolvenz ihres langjährigen Arbeitgebers - stand Frau Riede, inzwischen Mitte 40, vor der Frage, wie es beruflich weitergehen sollte.
 
Ich hatte 1996 neben meiner beruflichen Tätigkeit ein betriebswirtschaftliches Studium begonnen, welches ich 1999 erfolgreich abschließen konnte und war bereit, neue Dinge anzufassen. Der Gedanke, mich als Buchhalterin selbständig zu machen, nahm dabei mehr und mehr Gestalt an.

Frau Riede nutzte eine kurze Phase der Arbeitslosigkeit, um in einem 6-wöchigen Intensivkurs ihre Englischkenntnisse zu reaktivieren und sich im Bereich Wirtschaftsenglisch zu schulen. Der Erfolg dieser Maßnahme ließ nicht auf sich warten.  
 
Meine erste zögerliche Suche nach Kunden per Zeitungsannonce führte zu einem Anstellungsangebot bei einer international tätigen Steuerberatungs- und Wirtschaftprüfungsgesellschaft. Diesem Angebot konnte ich nicht widerstehen, bedeutete es doch die Kombination meiner beiden beruflichen Ausbildungen: meine Kenntnisse im betrieblichen Rechnungswesen und meine Sprachkenntnisse. Die Arbeit dort hat mir, insbesondere wegen der internationalen Kontakte, gefallen.
 
Aber der Wunsch nach beruflicher Selbständigkeit und noch mehr Entfaltung blieb weiterhin bestehen.
 

unterwegs in Stockholm unterwegs in Stockholm

Die eigene Handlungsfreiheit in einem großen Unternehmen ist doch sehr eingeschränkt, und ich gehöre nun mal zu den Personen, die die Dinge gern selbst in die Hand nehmen und auch bereit sind, die Risiken zu tragen – gute Voraussetzungen für eine Unternehmerin. Ende 2002 wagte ich dann den Schritt, gab meine Stelle auf und meldete mein Gewerbe als selbständige Buchhalterin an.   

Frau Riede betreut FreiberuflerInnen sowie kleine Unternehmen unterschiedlicher Rechtsformen und Branchen. Sie bucht die laufenden Geschäftsvorfälle, erstellt die laufenden Lohn- und Gehaltsabrechnungen, berät zu betriebswirtschaftlichen Fragen und begleitet ExistenzgründerInnen. Dank ihrer Sprachkenntnisse sind auch englischsprachige Mandanten bzw. Mandanten mit internationalem Geschäft in guten Händen bei ihr.

Meine ersten Kunden waren zwei US-amerikanische Unternehmer in Berlin, die mir bis heute die Treue halten.  

 

Erholung vom unternehmerischen Alltag: Radtouren durch die schöne Natur Erholung vom unternehmerischen Alltag: Radtouren durch die schöne Natur

Für den bisherigen Erfolg ihres Unternehmens macht Frau Riede auch ihre Netzwerkaktivitäten verantwortlich. 

Werbung im klassischen Sinne mache ich gar nicht mehr. Die meisten meiner Aufträge ergeben sich mittelbar oder unmittelbar über geschäftliche Kontakte. Durch meine gute Arbeit habe ich das Vertrauen meiner Mandanten und Geschäftspartner erworben und werde oft weiter empfohlen. Seit Beginn meiner Selbständigkeit netzwerke ich. 2003 habe ich in Berlin einen Stammtisch für selbständige Buchhalter ins Leben gerufen, um mich mit Berufskollegen austauschen zu können. 2005 besuchte ich zum ersten Mal den „Unternehmerinnenabend in Berlin“.  

Vom Unternehmerinnenabend-Projekt erfuhr Frau Riede durch das Internet während eines privaten Auslandsaufenthaltes. 

Ich war bei meiner Tochter in Oslo zu Besuch und wollte mich informieren, was sich derweil in Deutschland so tat. Da stieß ich auf Unternehmerinnenabend.de und die Vorankündigung zu einer interessanten Veranstaltung. 

Mit Unternehmerinnenabend zu Gast im Auswärtigen Amt Mit Unternehmerinnenabend zu Gast im Auswärtigen Amt

Veronika B. Riede gehört dann auch zu den ersten Unternehmerinnen, welche die Chance nutzten, sich auf dem Portal Unternehmerinnenabend.de zu präsentieren. Wie die meisten Unternehmerinnenabend-Frauen ist sie jedoch auch noch in anderen beruflichen Netzwerken aktiv. 

Seit 2008 bin ich aktives Mitglied von Unternehmerinnen plus e. V. im Bezirk Pankow, in dessen Ortsteil Karow ich wohne und arbeite. Im Juli und August habe ich zusammen mit zwei anderen Unternehmerinnen ein UnternehmerInnenfrühstück organisiert. Eigentlich sollte es nur ein Sommerlochfüller sein, aber das Interesse, das wir geweckt haben, hat uns bewogen, auch weiterhin dazu einzuladen. Wir verstehen uns als Ergänzung zu den Netzwerken, in denen wir bereits aktiv sind und wollen sie mit unserer Initiative verknüpfen.  

Neben all den beruflichen Aktivitäten kommt bei Frau Riede die Familie aber nicht zu kurz. 

Wie bei vielen Ostfrauen haben sich bei mir Familie und berufliche Erfüllung nie ausgeschlossen. Mal hatte das eine einen höheren Stellenwert, mal das andere, mal waren sie gleichwertig. Meine Wachstumspläne in unternehmerischer Hinsicht habe ich verschoben, als ich ein Enkelkind bekam und meine Tochter meine persönliche Unterstützung brauchte, um ihr Studium fortsetzen zu können. Ich habe also einige Monate neben meiner Arbeit meinen Enkelsohn betreut. Nun ist er zwei, geht in die Kita und diese Phase ist auch abgeschlossen. Ich kann mich wieder voll auf mein Unternehmen konzentrieren. 

Spaziergang durch Berlin mit Enkelkind Spaziergang durch Berlin mit Enkelkind

Nach Erfahrungen mit Praktikanten und studentischen Mitarbeitern ist es jetzt ihr Ziel, eine zuverlässige Mitarbeiterin für eine längerfristige Zusammenarbeit zu finden und einzuarbeiten. Sie kann sich auch vorstellen, in Kooperation mit einem anderen kleinen Unternehmen eine Bürokauffrau auszubilden.

Wir wünschen Veronika B. Riede weiterhin viel Glück und Erfolg!
 

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